Mai 13 2010

Tag11 – Schwere Verluste in der Wüste

…. nach einigen Killometern auf einsamen Strassen durch die Wüste wurde der Spannungsbogen noch einmal angezogen.

Ein Schild wies alle Teilnehmer der Rallye darauf hin, dass es jetzt Zeit ist die Strassen zu verlassen und direkt durch die Wüste zu fahren.

Wie geil ist das den, alle Fahrer hatten direkt ein Grinsen auf den Augen wie ein Kind das zum ersten mal auf den großen Spielplatz darf.

Und was für ein Spielplatz. Ein komplett gesetzfreier Raum, der noch nie im entferntesten mit Strassenverkehrsregeln in Berührung gekommen ist und eine Horde Kinder denen Schäden an Ihren Autos völlig egal sind.

Direkt am Anfang zickte Carl ein wenig. Er ist einfach der Meinung dass es sich ohne Auspuff besser fährt und zeigt dies auch immer wieder in dem er ihn aushängt und nur hinter sich herschleifen lässt.

Also schnell mit Deutscher Gründlichkeit wieder eingehängt.

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Kurzer Check, Carl ist wieder voll da! 

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 An den Autos die immer wieder rumstanden, konnten wir schnell sehen das dies hier kein Kindergarten war. Immer wieder anhalten, Abhänge checken, prüfen welcher Boden befahrbar ist und welcher nicht und dann wieder einsteigen und vollgas.

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 Bald konnte man dann sehen das auch Autos standen die nicht prüfen wollten, sondern die festgestellt haben das sie den falschen Weg gewählt haben.

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 Also alle schnell aussteigen und dem armen Kerl helfen. Tja, zu diesem Zeitpunkt haben wir die die stecken geblieben sind noch belächelt…..

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 Kurz danach hatten wir den Salat. Trotz perfekter Fahrkünste, die natürlich zu keinem Moment in frage gestellt wurden, hat sich Barney bis zur Achse eingegraben.

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 Also mit alle Mann anpacken und Barney da rausholen. Wie alle wissen ist Barney nicht der schmächtigste und daher mussten wirklich einige Leute mit anpacken. Aber jeder hat jedem geholfen. Also alle schieben und Barney ist frei.

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Doch was ist dass, Barneys Reifen hinten rechts hängt auch auf den Teilen die wieder fest sind ganz im Radkasten. Unsere mittlerweile gut geübten Mechanikeraugen haben uns sofort analysieren lassen …… Das ist schlecht.

Barney hats zerrissen. Nicht nur die Aufhängung (oder was auch immer da wirklich kaput gegangen ist) sondern auch den Kühler hat es bei der Vollgasfahrt durch die Wüste völlig zerissen.

Es half nichts. Wir mussten Barney zurück lassen. Also die wichtigsten Dinge umgepackt in Lanny und Carl und ab ins Camp.

Im Camp haben wir dann mit einigen Flaschen Wein unsere Trauer über Barney heruntergespühlt, waren aber froh alle heile angekommen zu sein.


Mai 12 2010

Tag 11 – Ankunft in Jordanien

Hallo Welt,

jetzt haben wir es geschafft, wir sind in Jordanien angekommen. Das ist ersteinmal die gute Nachricht. Wie in jeder wirklich guten Geschichte gibt es auch Opfer die zurück gelassen wurden.  Aber eins nach dem anderem…

Am Tag 11 hiess es früh aufstehen und unsere Edelherberge verlassen.

Unser Syrisches Hotel

Unser Syrisches Hotel

Noch einmal voll Tanken (Der Stoff ist in Syrien günstiger als in Jordanien) und ab über die Grenze.

Das Aussreisen aus Syrien ist einfacher als das einreisen. Einfacher bedeutet aber in keinem Fall das es wirklich einfach ist. Clever wie wir sind hatten wir natürlich an der letzten Tankstelle in Jordanien all unsere Syrischen Schningschnangdollar gegen guten 95 Oktanstoff getauscht. Was wir nicht auf dem Schirm hatten war, das die Syrer auch Geld von den Leuten haben wollen die das Land wieder verlassen…. Also an der Grenze wieder Geld getauscht in Syrische Schningschnangdollar.

Um 11:30 Uhr haben wir es dann endlich geschafft in Jordanien an zu kommen. Saugeil, wir haben es erreicht. Also zumindest schon mal das Zielland.

Ankunft in Jordanien

Ankunft in Jordanien

 

Also hoch motiviert antritt zu den letzten Killometern zu unserem Endgültigem Ziel.

An der Grenze haben wir uns schon gedacht, puhh ganz schön windig hier. Selbst für Hamburger Verhältnisse war das schon ordendlicher Wind der uns da um die Nase geweht ist.

Das sollte aber erst der Anfang sein. Wir wurden in Jordanien mit einem waschechtem Sandsturm begrüßt, der so nur einmal im Jahr vorkommt.

Jordanien beginnt gleich mit richtiger Wüste. Wer schon mal den Film “Dune der Wüstenplanet” gesehen hat, hat eine Idee wie es aussehen kann. Sowei das Auge reicht nur Sand und Steine.

Jordanien

Jordanien

Jordanien II

Jordanien II

Wenn da jetzt so ein Sturm aller Kyrill durchbläst, dann wird der durch nichts und niemand gestoppt. Ungehindert nimmt der Wind alles an Sand auf was er kriegen kann und bläst bis der Arzt kommt.

Das Fahren in so einem Sandsturm ist in von den Sichtverhältnissen so wie sehr starker und dichter Nebel bei uns. Bei unserer Fahrt durch den Sturm konnten wir stellenweise nicht weiter als 50 – 100 Meter schauen. Das Lenkrad fest in der Hand und immer schön gegenlenken.

Sansturm Sicht

Sansturm Sicht

Der Wind hatte so viel Power und Speed das bei Tempo 100 km/h die HSV Fahne an Barney im 90 Grad Winkel zum Auto stand.

90 Grad HSV

90 Grad HSV

So haben wir dann unsere Meter durch den Wüstensturm gemacht in der aufgeregten Erwartung was als nächstes kommt…..
To be continued …..

Mai 9 2010

Tag 10 – Eindrücke von Damaskus

Hallo liebe Welt,

heute hatten wir unseren ersten Tag ohne Barney, Carl und Lenny. Ein ganzer Tag für uns um Damaskus zu erkunden. Hier ein paar Eindrücke für euch…

Der Typ hats drauf Tee zu machen:

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Eine unserer Aufgaben war es ein Hamam zu besuchen. Ein Hamam ist ein Syrisches Bad. Irgendwie hat uns die Vermutung nicht losgelassen dass das OK der Meinung war das wir spätestens in Damaskus stinken werden. Ein zweistündiges Bad mit heftig schrubben hat uns dann aber wieder zu zivilisieren Menschen werden lassen. Tolle sache und wirklich entspannend.

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Mai 9 2010

Tag 2 – Wagenburg 1

Wagenburg 1Der Zeitplan ist wie immer knapp. Wir sind erst an Tag 2 und haengen schon hinterher. Zu diesem Zeitpunkt ist uns noch nicht klar, dass das ab jetzt eher die Regel als die Ausnahme sein wird.

Wir sind bis in die Nacht gefahren und kommen gegen 01:00 Uhr in Szekszard in Ungarn an. Die Suche nach einer Unterkunft beginnt. Erst ein Hotel, hat aber schon zu. Dann noch eins – sprengt aber den erlaubten finanziellen Rahmen. Dann Menschen angequatscht. Wir fanden zwei die wir von Ihrem Weg auf eine Party abhielten. Die beiden waren sehr, sehr hilfbsereit und haben lange telefoniert. Auch ein Taxifahrer stiess zu uns. Um es kurz zu machen – alles erfolglos.

Der letzte moegliche Tipp war ein Campingplatz. Also hin. Gefunden haben wir nach einigem Suchen ein “Gut”. Das  Tor war allerdings verschlossen. Auf Klingeln reagierte niemand. Es war aber unzweifelhaft der Campingplatz. Inzwischen war es 03:00 Uhr. Die Entscheidung faellt. Wir suchen uns einen Parkplatz, bilden eine Wagenburg und campen wild. Weiterfahren waere, angesichts des Muedigkeitsfaktors, nicht verantwortlich. Barney, Lenny und Carl werden also auf einem Parkplatz an der Schnellstrasse zu einem “U” formiert. Die offene Seite positionieren wir in Richtung eines Gebueschs. Zelte innen aufgebaut und ausgezeichnet geschlafen. Die Wagenburg hat sich bewaehrt.


Mai 8 2010

Tag 4 – Prioritaeten Setzen

Hallo Welt,

in Damaskus sitzend gehen wir im Internetcafe online. Leider sind die Moeglichkeiten online zu gehen seit  der Tuerkei sehr eingeschraenkt. Hier aber noch ein wichtiger Nachtrag aus Serbien. Wir waren weit hinter dem Zeitplan. Rumaenien mussten wir von der Route streichen. Also durch Bulgarien ohne Schlenker. Aber eines musste noch erledigt werden. Oli hat mit seinem Sechs-Zylinder einen Sound der in Staedten Autoalarmanlagen ausloest. Das konnten Carl und Barney natuerlich nicht auf  sich sitzen lassen. Also, Werkstadt angefahren und dem guten Mann erklaert, dass der Endtopf  ab muss. In der Grube dann der Test und die Antwort, der Auspuff muss nicht ab, der ist noch gut. Zwei Stunden spaeter war klar, dass der Auspuff aus Soundgruenden  ab  muss. Der eigentliche Akt des Entfernens der Endtoepfe von Carl und Barney war dann  eine Sache von wenigen Minuten, nachdem drei grosse Trennschleifer herbei geschafft waren.Auspuff kommt ab

Die Aktion  hat uns zeitlich nicht besonders weit nach  oben gebracht. Soundmaessig  machen wir jetzt aber ordenlich Eindruck. Da wir  seit  Istanbul  zusammen mit  den schwarzen Dosen fliegen, bei denen nach bestaetigten Geruechten ebenfalls Teile der Auspuffanlagen fehlen, zittert nun der Orient vor uns. Bringt Euch in Sicherheit – die fuenf S-Klassen kommen – es brummt! Weitere Tuningmassnahmen nicht ausgeschlossen…


Mai 8 2010

Tag 8 – Unser Rollstuhl ist angekommen….

Unsere erste Aufgabe, noch vor Rallye start war es, einen Kinderrollstuhl zu besorgen.

Den Rollstuhl haben wir in Lenny verstaut und bis nach Salamiyah gebracht. In Salamiyah ist ein Kinderheim wo heute (07.Mai 8 Rallye Tag)  jedes Team einen Kinderrollstuhl abgegeben hat. Ein riesen Auflauf. Rollstuehle, Spiezeug und viele andere Dinge wurden gespendet.

Hier konnten wir direkt sehen das neben dem Spass den wir haben, auch wirklich alles fuer einen guten Zweck ist.

Kinder waren leider keine mehr da. Wahrscheinlich hat sich die organisation gedacht dass es zu gefaehrlich wird wenn 300 Fahrzeuge “zeitgleich” wie die wilden auf den Parkplatz einfallen.

Ein schoenes Event war es trotzdem.

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Mai 6 2010

Tag 3 – Die Welt ist ein Dorf – in den serbischen Bergen

nach einer längeren Irrfahrt in den Serbischen Bergen sind wir schliesslich in
einem kleinen Bergdorf gelandet. Inzwischen waren wir schon sehr schmale Wege
(Strassen waren das zum Teil nicht mehr) gefahren, die extrem steil und eng
waren. Nur durch die Schlaglöcher in den Straße konnte man erkennen, dass wir
noch auf einem “Zubringer” sind, der ab und zu benutzt wird. Allerdings war es eine Strasse, die wir nicht so wirklich geplant hatten, zu fahren.
Schliesslich stoppten wir und eine ältere Dame erklärte – und zeichnete – uns
den Weg, den wir fahren sollten. Verstanden hatten wir nichts und die Strasse,
die uns zum Ziel führen sollte – war noch steiler und enger als die davor.
Die Frau hatte unser Entsetzen und ungkäubigen Gesichtsausdruck wohl richtig
interpretiert.

Sie schreite einmal durchs Dorf und es kam ein junger Mann Anfang, Mitte Dreißig auf uns zu und grüßte uns mit den Worten – “Hallo, wie gehts, kann ich Euch helfen”. Er erläuterte uns in einwandfreiem Deutsch mit leicht bayerischem Akzent den Weg (die kleine Strasse war tatsächlich der Weg zurück auf bewohntere Gebiete und bessere Strassen). Schließlich endete sein Satz mit “Hoabts mi?” Ein eichtes “Hä?” bei den Nicht-Bayern im Team veranlasste den freundlichen Serben zu beginnen, die Strecke nochmal zu erklären. Oli hat ihn freundlich unterbrochen und ihm erklärt, dass wir die Streckenführung schon verstanden haben, nur manche mit “hoabts mi” nix anfangen können. Daraufhin stellten wir fest, dass der junge Mann in Neuperlach (das ist bei München) geboren war und viele Jahre dort gelebt hatte. Erst vor 3 Jahren ist er zurück ins Niemandsland gezogen – warum haben wir freundlicherweie nicht gefragt.
Alsdenn philiosophieren Oli und der junge Mann über die schönsten Plätze in München, bevor es wieder losging…

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Mai 6 2010

Tag 6 – Sonderprüfung Istanbul

Das OK hat sich was ganz besonderes einfallen lassen:
In Istanbul (der Verkehr in der Stadt is eh schon irre ist) starteten alle Teams gleichzeitig (Lens Mans Start) und mussten vom TRT Gebäude zur blauen Moschee um schliessliche ein Foto mit allen drei Autos und dem Team zu machen, welches im Hintergrund die Blaue Moschee zeigt.
Nun ist a) in Istanbul schon verdammt viel los und b) die Strassen ziemlich eng und belebt, d.h.
wir mussten sehen, dass wir uns im Verkehr nicht verlieren und auf “Stoßstange fahren”, das ist mit drei Fahrzeugen bei dem Verkehr gar nicht so leicht. Schliesslich muss man auch zu dritt abbiegen…, d.h. der eine fährt so, dass er den Verkehr blockiert und die anderen drei mit rauskommen ;-)
Zum Glück war die Polizei informiert und hat es nicht so eng gesehen mit:
a) verbotenen U-Turns
b) verkehrte Einbahnstrassen
c) Stopp Schildern
Natürlich mussten wir uns auch an die türkische Fahrweise anpassen. Was für ein Spass….

Obwohl die reine Streckendistanz kurz ist, kam das letzte Auot der Rallye, wie uns das OK im Nachinhein berichtete erst um 13.00 Uhr an (Start war ca. um 9.30 uhr). Sonst kann man die Strecke in 15 min schaffen. Team 59 war vorne mit dabei und wir haben uns den Stempel um 10.08 geholt.
Danach gings gemütlich auf dem kürzestn Weg zur Fähre – mit nur einem unerlaubten U-Turn.P1050615P1050623P1050632


Mai 5 2010

Tag 6 – Konvoi

Wir haben uns auf der asiatischen Seite von Instanbul entschlossen die Fahrt nach Ankara im Konvoi mit Team Jeoni.de anzutreten. Fünf 126er S-Klassen im Konvoi sehen einfach noch mal ne ganze Spur geiler aus.

Jetzt knattern wir gerade durch Ankara und zeigen denen was ne Harke ist. Habt Ihr schon mal versucht den Formationstanz von fünf S-Klassen zu stören? Die türkischenTaxifahrer schon – sie scheitern kläglich. Wir fahren hier mit fünf dicken Karren durch eine Stadt bei der der Ausdruck Verkehrskollaps mit “Untertreibung” nicht ausreichend attributiert ist. Unabhängig von der Geschwindigkkeit fahren wir also auf Stoßstangenniveau voreinander her. Jede Lücke die größer als ein Matchbox-Auto ist, wird gnadenlos vom Gegner genutzt. Also -  lassen wir keine Lücken. Unklare Verkehrssituationen werden durch Hupen und beherztes Auftreten geklärt – und wir fünf sind sehr beherzt. Bilder folgen…

…das ist sooooooooooooooo abgefahren!!!

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Mai 5 2010

Tag 5 – Was macht der Fluss auf der Strasse?

Wer von euch schon mal ausschließlich nach Karte gefahren ist (Die ganz alten unter euch kennen das vielleicht noch aus den Zeiten wo man Texte noch ein Stein gehauen hat und Navis noch nicht existierten), weiß das Kartenmaterial nicht immer korrekt sein muss. Die Erfahrung haben wir jetzt schon häufiger gemacht. Meistens ist es ein leichtes dann einfach einen anderen Weg zu fahren. In den Ländern in denen wir momentan unterwegs sind, ist die Auswahl an Strassen jedoch begrenzt. Wenn also eine Strasse unverhofft zu Ende ist können dass schnell 2 – 6 Stunden zusätzliche Autofahrt bedeuten.

Wie ihr wisst sind Fähren für uns streng verboten. Um so dummer dass in der nähe der Türkischen Grenze in Griechenland völlig unerwartet unsere schöne Strasse durch einen Fluss getrennt wurde.

Schöne scheisse.

Also, Teambesprechung. Was machen? Umdrehen? Keine Option. Was ist das Gegenteil von umdrehen? VOLLGAS!!!!

Lenny, Barney und Carl können also doch übers Wasser laufen…

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